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Was tun bei einem Ski-Unfall?

Richtig reagieren im Ernstfall

Ausgangslage – eine persönliche Erfahrung

Vor Kurzem wurde mir bewusst, wie wenig ich darüber wusste, wie man sich bei einem Ski-Unfall richtig verhält. Vor rund vier Wochen stürzte mein Lebenspartner auf der Piste. Ich hatte den Sturz nicht beobachtet. Als ich bei ihm ankam, lag er im Schnee und erwähnte lediglich, dass seine Brille beschädigt sei. Erst später, als er mich wiederholt fragte, wo sein Brillenglas geblieben sei und wie er gestürzt sei, wurde mir klar, dass etwas nicht stimmte.

Auf sein Drängen hin fuhren wir ins Spital. Während der Fahrt verstärkte sich seine Amnesie. Die Diagnose lautete glücklicherweise «nur» auf Gehirnerschütterung – keine Hirnblutung.

Wenige Tage später war ich erneut auf der Piste. Innerhalb von drei Stunden beobachtete ich gleich fünf Rega-Einsätze. Ich stellte mir die Frage: Wie viele Menschen wissen wohl, wie sie im Ernstfall richtig reagieren sollen oder welche Kosten auf sie zukommen können.

Warum Vorbereitung wichtig ist

Im Gespräch mit meinem Umfeld stellte ich fest, dass dieses Unwissen weit verbreitet ist. Deshalb habe ich mich informiert und mich mit Fachpersonen ausgetauscht. Es lohnt sich, grundlegende Abläufe und Notfallnummern zu kennen.

Sofortmassnahmen auf der Piste

1. Situation einschätzen

·                Verletzte Person ansprechen, um Bewusstsein und Atmung zu prüfen.

·                Bei Verdacht auf Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen die Person nicht unnötig bewegen.

2. Unfallstelle sichern

·               Die Unfallstelle bergseitig mit gekreuzten Skis oder einem Snowboard markieren, um nachfolgende Fahrer zu warnen.

3. Standort bestimmen

·               Position der Unfallstelle möglichst genau bestimmen, z. B. über Google Maps (Standortpunkt gedrückt halten, Koordinaten anzeigen lassen) oder mit der Rega-App.

4. Rettungsdienst alarmieren

·               Im Skigebiet Andermatt-Sedrun: +41 58 200 69 99

·               In Disentis: +41 79 293 42 51 oder +41 81 920 30 40

 

Die Mitarbeitenden des Pistenrettungsdienstes sind speziell ausgebildet. Sobald sie an der Unfallstelle eingetroffen sind, beurteilen sie die Situation und definieren die erforderlichen Massnahmen für die Bergung der verunfallten Person, z. B. Abtransport mit Schlitten oder Rega, Bestellung der Ambulanz usw. Zudem dokumentieren sie den Unfall (Unfallprotokoll, Aufnahme von Adressen, Fotos usw.).

Wichtig bei Kollisionen ohne Alarmierung des Rettungsdienstes
Wenn ein Unfall durch eine Kollision erfolgt, sollten die Adressen der involvierten Personen immer ausgetauscht werden. Es kommt häufig vor, dass Schmerzen erst nach einiger Zeit auftreten und eine ärztliche Konsultation erst später erfolgt. Der Unfallverursacher ist für die entstandenen Schäden haftbar.

Kosten einer Pistenrettung

Eine Rettung ist nicht kostenlos. Im Skigebiet Andermatt–Sedrun–Disentis werden für eine Pistenrettung in der Regel CHF 200 bis 500 verrechnet. Zusätzlich können Kosten für ärztliche Behandlungen, den Transport durch die Ambulanz und/oder die Rega entstehen. Gemäss Auskunft der Rega kostet eine Bergung durchschnittlich rund CHF 4’500.

Kostenübernahme durch Versicherungen

Unfallversicherung (SUVA oder private Unfallversicherung):
Die Rettungskosten werden in der Regel vollumfänglich von der Unfallversicherung übernommen, sofern keine Grobfahrlässigkeit vorliegt. Der Einschluss «Grobfahrlässigkeit» kann bei vielen Versicherungen zusätzlich versichert werden.

Unfalldeckung über die Krankenkasse:
Personen ohne Anstellung bzw. ohne Arbeitgeber und somit ohne Unfallversicherung sind bei ihrer Krankenkasse für Unfall versichert. Die Krankenkasse übernimmt bei Rettungen infolge Unfall oder Krankheit meist nur 50 % bis 70 % der Kosten.

Gemäss Auskunft der Rega werden bei Rega-Gönnerinnen und -Gönnern die Kosten für die Bergrettung durch die Rega in vielen Fällen ganz oder teilweise übernommen.

Fazit – meine Erkenntnis
Ich habe die wichtigsten Notfallnummern auf meinem Handy gespeichert und weiss nun, wie ich bei einem Pistenunfall richtig reagieren kann. Dieses Wissen gibt mir Sicherheit.

Merksatz für den Notfall:
Absichern – Ansprechen – Standort bestimmen – Alarmieren.

In diesem Sinne: Allen eine unfallfreie Saison und Ski heil!

 

Text: Priska Ziegler
Bild: Martin Büdenbender auf Pixabay