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Gäste- und Tourismustaxen
Am 20. März 2026 informierten die Gemeindepräsidenten von Tujetsch und Disentis/Mustér die Vertreterinnen und Vertreter der Vorstände der IG Tujetsch und der IG Disentis (= Projektgruppe) über die geplante Erhöhung der Gäste- und Tourismustaxen. Vorgesehen waren ein Teuerungsausgleich von 6,1 % auf die Tourismus- und Gästetaxe, da seit der Einführung im Jahr 2015 keine Anpassung vorgenommen wurde, sowie eine zusätzliche Erhöhung der Gästetaxe um 30 %.
Den Vorstandsvertretungen wurde das entsprechende Zahlenmaterial zur Verfügung gestellt, worauf die Projektgruppe die Unterlagen prüfte und analysierte.
Die Projektgruppe anerkannte, dass aufgrund der Investitionen in die touristische Infrastruktur sowie der seit 2015 aufgelaufenen Teuerung eine Anpassung grundsätzlich nachvollziehbar ist. Nach eingehender Prüfung entschieden sich die beiden IG jedoch, einen Gegenvorschlag einzureichen. Dieser sah bei der Gästetaxe eine Erhöhung von 20 % anstelle von 30 % vor. Die gemeinsame Stellungnahme wurde Ende April 2026 den Gemeindepräsidenten sowie allen Mitgliedern der beiden IG zugestellt.
Kritisch beurteilt wurde zudem die Feststellung, dass in der Gemeinde Tujetsch bei rund 200 Zweitliegenschaftsbesitzenden die Gästetaxe bisher nicht verrechnet worden war. Die Projektgruppe wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass vor zusätzlichen Belastungen sichergestellt werden sollte, dass die bestehenden Regelungen konsequent und vollständig umgesetzt werden.
Informationsveranstaltung vom 15. Mai 2026
Am 15. Mai 2026 führten die beiden Gemeinden eine Informationsveranstaltung für die Mitglieder der IG Tujetsch und der IG Disentis durch. Rund 100 Personen nahmen daran teil. Martin Cavegn erläuterte dabei den Antrag zur Erhöhung der Gäste- und Tourismustaxen sowie die Hintergründe der vorgesehenen Anpassungen.
Im Anschluss wurden verschiedene Fragen und Anliegen eingebracht.U
- Unter anderem wurde thematisiert, dass Zweitliegenschaftsbesitzende bei wichtigen Investitionsprojekten bisher nicht in die Meinungsbildung einbezogen wurden, nun aber mit der Erhöhung der Gästetaxe erhebliche jährliche Mehrkosten tragen müssen. Martin Cavegn erklärte, dass dies künftig stärker berücksichtigt werden solle. René Epp wies darauf hin, dass viele der geplanten Investitionen bereits umgesetzt worden seien oder kurz vor der Realisierung stünden.
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Weiter wurde die Frage gestellt, ob Zweitliegenschaftsbesitzende künftig durch die Objektsteuer zusätzlich belastet werden könnten – insbesondere vor dem Hintergrund, dass in beiden Gemeinden der Steuerfuss für Einheimische reduziert wurde und mit dem Wegfall des Eigenmietwerts künftig Steuereinnahmen entfallen dürften. Die Antwort lautete, dass keine Überkompensation erfolgen dürfe. (Zu diesem Thema wird am 7. August 2026 eine separate Informationsveranstaltung stattfinden. Mit diesem Link gelangst du zur entsprechenden Ausschreibung.
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Ebenfalls angesprochen wurde der Wegfall des Rabatts auf Jahreskarten der Bergbahnen für Zweitliegenschaftsbesitzende. Martin Cavegn hielt fest, dass die Gemeinde als Minderheitsaktionärin mit rund 3 % Beteiligung davon ebenfalls erst später erfahren habe. Gemäss seinen Angaben investieren die Bergbahnen (Andermatt Sedrun Sport AG) intensiv, beispielsweise in Beschneiungsanlagen zur Sicherstellung der Schneesicherheit. Gleichzeitig weisen sie einen Verlust von CHF 8 Millionen aus. Erfreulich sei jedoch, dass bei der Gästekarte weiterhin verschiedene attraktive Leistungen enthalten seien und diese mehrfach genutzt werden könnten, beispielsweise Vergünstigungen bei den Bergbahnen im Sommer.
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Mehrere Wortmeldungen brachten zudem die Wahrnehmung zum Ausdruck, dass Einheimische zunehmend bevorzugt würden, beispielsweise mit Angeboten wie der GoldenCard. Martin Cavegn betonte in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinden attraktive Rahmenbedingungen schaffen müssten, um neue Arbeitskräfte und Familien für die Region gewinnen zu können.
Martin Cavegn appellierte daran, die Diskussion nicht ausschliesslich anhand eines individuellen Gegenwerts zu führen. Entscheidend sei, dass alle Beteiligten solidarisch zur Entwicklung und Attraktivität der Region beitragen.
Beschluss der Gemeindeversammlung Tujetsch
An der Gemeindeversammlung der Gemeinde Tujetsch vom 20. Mai 2026 wurde über den Antrag zur Erhöhung der Gäste- und Tourismustaxen abgestimmt. Die vorgeschlagenen Anpassungen wurden deutlich angenommen:
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Tourismustaxe: 36 Ja, 0 Nein, 0 Enthaltungen
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Gästetaxe: 31 Ja, 5 Nein, 2 Enthaltungen
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Anpassung der Altersgrenze für die Befreiung von der Gästetaxe (neu ab 6 statt bisher 12 Jahren): 35 Ja, 0 Nein, 1 Enthaltung.
Insgesamt nahmen 38 Personen an der Versammlung teil. Ausschliesslich ein Hotelier ergriff das Wort und äusserte sich positiv zur Entwicklung der Region und den damit verbundenen Investitionen. Die Stellungnahme der beiden Interessengemeinschaften wurde an der Versammlung nicht vorgetragen.
Als nächster Schritt wird sich am 15. Juni 2026 der Gemeinderat von Disentis/Mustér mit dem Antrag befassen. Beide Gemeinden müssen dem Antrag zustimmen, bevor die Anpassungen in Kraft treten.
Haltung der IG Tujetsch und IG Disentis
Die beiden Interessengemeinschaften bedauern, dass ihre Anliegen und ihr Gegenvorschlag im politischen Prozess letztlich keinen Einfluss auf die beantragte Erhöhung hatten.
Unabhängig davon werden sich die IG Tujetsch und die IG Disentis weiterhin für einen sachlichen Dialog, Transparenz sowie eine faire und nachvollziehbare Behandlung der Zweitliegenschaftsbesitzenden einsetzen.